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Tipps und Infos für Unternehmer #6

Sind Sie fit für das Rating durch Ihre Bank?
Was ändert sich mit Basel II?

Ausgangslage:

Etwa jedes zehnte Unternehmen bekommt seine Kreditlinie von der Bank nicht verlängert oder muß sonstige Verschärfungen der Kreditkonditionen akzeptieren.

Die meisten Unternehmer reagieren darauf völlig überrascht. Das Argument:„Wir sind seit Jahrzehnten erfolgreich auf dem Markt“, fruchtet heute nicht mehr.

Diese Situation könnte sich mit Inkrafttreten von Basel II ab 2007 noch weiter verschärfen. Statt ihre Kredite pauschal mit acht Prozent Eigenkapital abzusichern, müssen die Banken dann die Eigenkapitalunterlegung nach der Ratingnote ihrer Kunden ausrichten. Dabei wird es auch für Kontokorrentkredite eine Bandbreite zwischen 1,6 und 30 % geben.

Wie gelangt die Bank zu ihrem Ratingurteil?

Jede Bank hat in den letzten Jahren ihr eigenes System zur Beurteilung von Kreditnehmern aufgebaut. Es besteht aus einer Vielzahl von harten und weichen Faktoren, mit denen das Kundenunternehmen bewertet („geratet“) wird. Viele davon kennt die Bank bereits aus ihren normalen Kundenbeziehungen. Dazu zählen

  • Kontoführung (Überziehungsverhalten, durchschnittlichen Kontenstände)
  • Einschätzung der Branche
  • Kennzahlen aus eingereichten Bilanzen
  • Ggf. persönliche Aufzeichnungen der Kundenbetreuer.

Diese Daten werden bankenintern zu einer Ratingnote verdichtet, ohne daß dies der Bankkunde unbedingt erfährt. Sollten dabei wichtige für das Unternehmen positive Daten fehlen, so gehen sie nicht in das Rating ein und die Note fällt schlechter aus, als es der Wirklichkeit entspricht.

Je nach Bank und Kredit kann es künftig auch vorkommen, daß die Bank weitere Informationen anfordert. Dazu ist sie übrigens bereits heute nach § 18 Kreditwesengesetz in bestimmten Fällen gezwungen.

Kennen Sie Ihre Ratingnote?

Tipp: Betrachten Sie Ihr Unternehmen einmal mit den Augen Ihrer Bank:
Ist die Entwicklung des Kontostandes für die Bank nachvollziehbar? Informieren Sie die Bank vor größeren Kontoüberziehungen? Wann erstellen Sie Ihren Jahresabschluß? Wann erhält die Bank ihn? Halten Sie alle Vereinbarungen immer ein? Gehen Sie gut vorbereitet in die Bankgespräche? Bereiten Sie diese Gespräche in der Regel nach?

Beantworten Sie die oben gestellten Fragen einmal in aller Ruhe für sich selber! Stellen Sie sich dabei vor, Sie seien ein Bankmitarbeiter und müßten die Ratingnote für den Faktor „Beziehung Kunden – Bank“ für Ihre Firma ermitteln. Welche Note (von 1 – 6) würden Sie dabei geben?

Wie fit sind Sie wirklich für das Rating?

In Umfragen z.B. des BDU geben bis zu 70 % der Unternehmer an, sich fit für das Rating zu fühlen. Fragt man jedoch nach konkreten Anforderungen des Ratings, so können nur 20 % der Unternehmer die richtigen Antworten geben. Daher gilt: Fit fühlen heißt nicht fit sein! Wie fit sind Sie wirklich für Basel II?

Gestatten Sie mir einen kleinen Test Prüfen Sie einmal anhand der im folgenden aufgeführten Ratingkriterien der deutschen Sparkassen für mittlere und große Firmenkunden wie sicher Sie jetzt schon auf das Rating vorbereitet sind!

Qualitative Ratingkriterien der Sparkassen
Verbesserungsbedarf bei uns
Ja
Nein
Strategie    
Management    
Personal    
Informationspolitik    
Planung    
Controlling    
Produkt / Dienstleistung    
Individuelle Marktstellung    
Allgemeine Branchenentwicklung    
Absatzmarkt    
Abhängigkeiten / Spezifische Risiken    
Organisation wie z.B. Qualitätsmanagement    
Forschung und Entwicklung    
Einkauf und Lagerhaltung    
Produktion und Leistungserstellung    
Marketing und Vertrieb    

Wie sieht es bei den sogenannten harten Kriterien aus? – Ist Ihr Jahresabschluß, Ihre BWA und Ihre Kontoführung aus Sicht der Bank fit für das Rating? Entspricht Ihre Eigenkapitalquote den Anforderungen des Ratings?

Liegen bei Ihnen besondere Warnsignale vor? Warnsignale führen bei Sparkassen zum Beispiel zu einer Rückstufung der Rating-Note um bis zu drei Ratingklassen. Warnsignale sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Warnsignale
Verbesserungsbedarf bei uns
Ja
Nein
Ununterbrochene Kontoüberziehung    
Lastschriftrückgaben    
Verzögerung vereinbarter Raten für die Sparkasse    

Zu berücksichtigen sind weiterhin die 31 Übergabekriterien zwischen den Abteilungen Markt und Sanierung / Abwicklung der Bank, die bereits heute gelten. Wenn drei dieser Kriterien gleichzeitig vorliegen, so muß der Kundenberater aus der Marktabteilung den gesamten Kredit-Vorgang der Abteilung Kreditrisikoüberwachung vorlegen. Diese hat dann zu entscheiden, ob der Vorgang an die Rechtsabteilung / Sanierung übergeben wird. Einige Beispiele dieser einunddreißig zwingend vorgeschriebenen Übergabekriterien sind:

Übergabekriterien an Sanierung / Abwicklung
Verbesserungsbedarf bei uns
Ja
Nein
Rückläufige Kontoumsätze innerhalb der letzten 6 Monate    
Aufbau einer weiteren Bankverbindung    
Wechsel des Steuerberaters / des Wirtschaftsprüfers    
Vermehrte Bankauskünfte    
Änderung der Bewertungsmethoden in der Bilanz    
Keine Ausnutzung von Skonti    
Verlängerung der Zahlungsziele    

Fazit:
Haben Sie bei höchstens zwei Punkten Verbesserungsbedarf? Dann sind Sie wirklich fit für das Rating durch Ihre Bank. Wenn nicht, lesen Sie einfach weiter.

Können Sie mit einem unterdurchschnittlichen Rating leben?

Angenommen, Ihre Kreditkonditionen verschlechtern sich bei Inkrafttreten von Basel II und die Ihrer Wettbewerber verbessern sich. Die Folge: Ihr Konkurrent wird den Preiskampf mit Ihnen häufiger gewinnen und Sie werden ihn häufiger verlieren.

Dies wiederum kann zu rückläufigen Umsätzen und diese wiederum zu einem rückläufigen Gewinn führen. Das alles vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs.

Ein Blick in die Insolvenzforschung hilft, die Gründe für ein Rating besser zu verstehen. Die Insolvenz eines Unternehmens tritt danach nicht überraschend auf. Bei allen Unternehmen steht sie am Ende eines Prozesses, der über verschiedene Krisenstadien hinweg zu beobachten ist. Dabei nimmt die Bonität, ausgedrückt als Ratingnote, kontinuierlich ab. Der idealtypische Ablauf ist wie folgt:


Die Strategiekrise steht in der Regel am Anfang der Entwicklung. Die Verfehlung strategischer Ziele ist mit geeigneten Frühwarnindikatoren ist meßbar. Hier sind Gegenmaßnahmen noch an leichtesten möglich. Schwieriger wird dies schon in der Rentabilitätskrise. Sie läßt sich an einer rückläufigen Gewinnentwicklung erkennen. In einer akuten Liquiditätskrise ist die Handlungsfreiheit des Unternehmens sehr stark eingeschränkt. Sie ist häufig ein Vorbote der Insolvenz.

Unternehmen mit einem ausgezeichneten Rating befinden sich außerhalb dieser Pyramide, quasi oberhalb der Strategiekrise. Je schlechter Ihr Rating ausfällt, desto näher sind Sie aus Sicht der Bank statistisch abgesichert am unteren Bereich der Krisenpyramide.

Dies ist keine Einbahnstraße, weil die Unternehmen in den meisten Fällen rechtzeitig und richtig reagieren und wieder in den sicheren Bereich gelangen. Aber die jährlich 40.000 Unternehmensinsolvenzen sprechen eine deutliche Sprache. Darüber hinaus sind in Deutschland lediglich ein Viertel aller Unternehmen älter als 20 Jahre. Und nur 2 Prozent der Firmen erreichen ein Alter von mehr als hundert Jahren.

Bestellen Sie jetzt kostenlos und unverbindlich unsere Checkliste zur Erkennung der einzelnen Stufen der Krisenpyramide. Schicken Sie eine E-Mail, nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie an: 0 22 36 - 96 71 49

Wie sollten Sie vorgehen, um sich optimal auf ein Bankenrating vorzubereiten?

Fordern Sie als erstes die Ratingkriterien Ihrer Bank an und erfragen Sie Ihre eigene Ratingnote. Nehmen Sie dies zum Anlaß für eine Ist-Analyse der internen wie der externen Faktoren für Ihr Unternehmen. Wenn Sie bisher Ihre strategischen Ziele nicht schriftlich formuliert haben, sollten Sie dies nun nachholen.

Sie sind nicht, ob Ihre Strategie den künftigen Anforderungen entspricht und wollen einen kostenlosen Test? Wir prüfen gerne kostenfrei Ihre Unterlagen unter strengster Geheimhaltung und lassen Ihnen das Ergebnis unter Einhaltung aller Diskretion zukommen. Schicken Sie eine E-Mail, nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie an: 0 22 36 - 96 71 49

Stellen Sie als zweites ein Team zur Verbesserung Ihrer Ratingnote zusammen. Sie sollten an der Spitze dieses Teams stehen, denn es geht um die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens. Wenn Sie bisher keine Erfahrung mit Liquiditätsplanung oder Risikomanagement haben, ist es erfahrungsgemäß besser, eine externe Unterstützung zeitweise anzufordern.

Wenn Sie einen Fahrplan für Ihr Team oder weitere Unterstützung benötigen, können Sie sich gerne an uns unter 0 22 36 - 96 71 49 wenden.

Welche Maßnahmen sind zur kurzfristigen Verbesserung der Ratingnote geeignet?

In Finanzierungsfragen läßt sich kurzfristig natürlich nicht viel erreichen, da ein Unternehmen nicht binnen Wochen umstrukturiert werden kann.

Häufig sind geänderte Bewertungen von Sicherheiten wie Immobilien Ursache für Limitkürzungen. Wenn weitere Sicherheiten vorhanden sind oder die von der Bank angenommenen Ursachen für eine Abwertung nicht zutreffend sind, sollte sich das Problem lösen lassen.

Verfügt Ihre Bank über aktuelle Kunden- oder Auftragslisten? Kennt sie Ihre Planungen für die nächsten Jahre? Je offener Sie der Bank gegenüber sind, desto besser.

Weitere relativ kurzfristig wirkende Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation sind:

  • Forderungsmanagement
  • Skonti nutzen
  • Leasing prüfen
  • Unterstützung durch Bürgschaftsbanken.

Sie haben Interesse an der Unterstützung durch eine Bürgschaftsbank und benötigen nähere Informationen? Für kostenfreie, unverbindliche und diskrete Informationen schicken Sie bitte eine E-Mail, nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie an: 0 22 36 - 96 71 49

Möglicherweise kommt auch ein Wechsel der Bankverbindung oder die Aufnahme einer zweiten Bankverbindung in Betracht, wenn Ihre Branche bei der Bank bereits zu stark vertreten ist.

Welche Maßnahmen sind zur mittelfristigen und langfristigen Verbesserung der Ratingnote geeignet?

  • Nachfolgethema angehen
  • Fristenkongruenz bei der Finanzierung beachten
  • Qualitätsmanagement einführen oder –verbessern / Prozesse aktiver managen
  • Controlling einführen
  • Roulierende Liquiditätsplanung einführen
  • Strategie schriftlich definieren
  • Eigenkapital beschaffen
  • Risikomanagement nach ONR 49001 ff einführen (ONR = Norm des Österreichischen Instituts für Normung)
  • Einführung eines Total Quality Managements nach dem EFQM-System (EFQM = European Foundation of Quality Management)

Wenn Sie sich für eine Eigenkapitalbeschaffung interessieren, können wir Ihnen dazu verschiedene Möglichkeiten und Wege aufzeigen und Ihre Aussichten auf Erfolg grob abschätzen. Bei Interesse und Eignung empfehlen wir Sie unserem erfolgreichen Kooperationspartner.

© 2005, Jörg Stottrop MBA

 

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