Noch eine Schikane für Unternehmer, könnte man beim Thema Arbeitsschutzmanagement denken. Doch tatsächlich bietet dieses Feld eine Vielzahl attraktiver Gestaltungsmöglichkeiten, die dabei helfen, Kosten zu senken, Mitarbeiter zu motivieren und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Warum überhaupt ein Arbeitsschutzmanagementsystem?

Anstöße zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (ASM) ergeben sich aus den Qualitätsmanagementsystemen nach ISO 9001 und den Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001. So stellt sich bei internen wie externen Audits immer öfter heraus, dass zahlreiche Überschneidungen zwischen Arbeitsschutz und Umweltschutz sowie Qualität vorhanden sind.

Nehmen wir nur mal die Gefahrstoffe. Der innerbetriebliche Umgang damit wird überwiegend dem Arbeitsschutz zugerechnet. Als Bestandteil im Abwasser oder in der Abluft wird daraus ein Umweltschutzthema.

Ein anderes Beispiel sind überwachungsbedürftige Betriebsmittel, die im Notfall ein beträchtliches Umweltproblem darstellen. Daher werden die dafür erforderlichen Maßnahmen, die überwiegend aus dem Arbeitsschutz stammen, im Umweltmanagement–Handbuch geregelt. Insofern sind bereits Inhalte eines Arbeitsschutzmanagementsystems durch das Umweltmanagementsystem abgedeckt.

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Vorsicht Falle: Mehr Freiraum, mehr Pflichten.

Ein weiterer Anstoß zur Einführung eines ASM liegt in der Tendenz zur Deregulierung des Arbeitsschutzrechts. Bei der Prüfung von Geräten und Einrichtungen gab es in der Vergangenheit beispielsweise verbindliche Vorgaben für die Umsetzung von Prüfungsinhalten und –fristen. Nun ist der Arbeitgeber nach § 3 BetrSichV im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung gehalten, eigene Prüfvorschriften zu erlassen. Die Novelle der Betriebssicherheitsverordnung im Jahre 2015 erhöht die Anforderungen an den Arbeitgeber und bürdet im mehr Pflichten auf. Dieser Prozess ist bereits seit 2003 im Gang. Davor konnte sich der Arbeitgeber darauf verlassen, dass er verbindliche Vorgaben von den Behörden für seine Anlagen bekam. Nun sind Unternehmer und Führungskräfte verstärkt in der Pflicht, für die Umsetzung des Arbeitsschutzrechtes Sorge zu tragen. Das führt dazu, dass bereits bei der Planung von Arbeitsstätten und Betriebsanlagen eine Vielzahl von Einzelheiten zu beachten sind.

Länger besser arbeiten.

Die demographische Entwicklung in Mitteleuropa ist ein weiterer wichtigster Anlaß für die Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems. Der Anteil der älteren Beschäftigten wird zunehmen, die Lebensarbeitszeit ansteigen. Frühverrentung von arbeitsunfähigen Beschäftigten wird künftig nicht mehr so einfach möglich sein. Eine im Durchschnitt ältere Belegschaft stellt andere Anforderungen an Arbeitsabläufe, die Arbeitsschwere und den Gesundheitsschutz. Mitarbeiter, die langfristig gesund und motiviert bleiben, sind wesentliche Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens.

Diese Vorteile bietet Ihnen ein ASM.

Ein systematisches und umfassendes Vorgehen in Sachen Gesundheits– und Arbeitsschutz zahlt sich für Unternehmer aus durch

  • Vereinfachte Verwaltung durch Nutzung vorhandener Strukturen und Abläufe (ISO 9001)
  • Weniger Arbeitsunfälle und Beinaheunfälle
  • Weniger Produktionsunterbrechungen durch Arbeitsunfälle
  • Weniger Zerstörung von Betriebsvermögen infolge Schadensereignissen
  • Verbesserte Motivation der Beschäftigten
  • Weniger krankheitsbedingte Ausfalltage
  • Verbesserung des Ansehens bei Banken, Lieferanten und Kunden
  • Verbesserte Personalakquisition
  • Vermeidung finanzieller „überraschungen“ im Arbeitsschutz durch vorausschauende Einbeziehung des Arbeitsschutzes in das oberste Management
  • Langfristige „Erhaltung der Beschäftigten“

Arbeitsschutzmanagementsystem nach OHSAS 18001

OHSAS bedeutet Occupational Health and Safety Assessment Series und wurde von der British Standards Institution gemeinsam mit internationalen Zertifizierungsgesellschaften entwickelt. Der Standard wurde analog zur Norm ISO 14001 konstruiert.

Ein Managementsystem nach OHSAS 18001 ist zertifizierbar. Es wird von anerkannten Zerti–fizierungsgesellschaften jährlich überprüft. Weitere Informationen zu den einzelnen Elementen der Arbeitsschutzmanagement–Norm finden Sie in diesem Vergleich von OHSAS 18001 mit ISO 9001 und ISO 14001. Gegenwärtig wird an einer Überführung der OHSAS 18001 in die internationale Norm ISO 45001 gearbeitet. Vermutlich gegen Ende 2016 wird die OHSAS 18001 zurückgezogen und durch die neue ISO 45001 ersetzt.

Am Beispiel der alternden Belegschaft wird der Sinn eines um den Faktor Arbeits– und Gesundheitsschutz erweiterten Managementsystems deutlich. Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragte alleine wären mit der optimalen Vorbereitung auf diese Entwicklung wahrscheinlich völlig überfordert. Deshalb ist ein systematisches Vorgehen unter Einbeziehung aller Führungskräfte mit dem sichtbaren Engagement der obersten Leitung notwendig.

Der Aufbau eines integrierten Managementsystems

In einem integrierten Managementsystem (IMS) – erweitert um die Faktoren Gesundheit und Arbeitsschutz – werden Regelkreise aufgebaut. Ausgehend von der Vision zum Thema Arbeits– und Gesundheitsschutz der obersten Leitung werden Ziele formuliert, die mit konkreten Maßnahmenpläne mittel– und langfristig umgesetzt werden. Parallel dazu werden Zuständigkeiten verbessert, Abläufe optimiert.

Der Vorteil: Erfolgsentscheidende Faktoren, die bislang die oberste Führung nicht interessiert haben, gelangen auf die vorderen Plätze der Tagesordnung. Die interne Kommunikation über Gesundheits– und Arbeitsschutz wird verbessert. Mit Hilfe von internen und externen Audits sowie den daraus abgeleiteten Korrektur– und sonstigen Vorbeugungsmaßnahmen wird das Integrierte Managementsystem kontinuierlich verbessert.

Unternehmen, die bereits jetzt damit beginnen, werden in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts gewappnet sein, wenn der Arbeitsmarkt für jüngere Arbeitnehmer leergefegt sein wird und die Betriebe mit älteren Belegschaften zurechtkommen müssen.

Das kann die Unternehmensberatung Stottrop für Sie tun

Wir beraten Sie gerne rund das Arbeitsschutzmanagement in Ihrem Unternehmen und stehen Ihnen auch bei der Einführung und Optimierung eines Systems hilfreich zur Seite. Besonders häufig greifen unsere Kunden auf die folgenden Leistungen zurück:

  • Vorbereitung auf die Umstellung von der OHSAS 18001 zur neuen ISO 45001
  • Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems nach OHSAS 18001 / ISO 45001
  • Kontinuierliche Verbesserung bestehender Managementsysteme nach OHSAS 18001 sowie im Sinne der ISO/DIS 45001
  • Durchführung interner Audits nach OHSAS 18001
  • Zusammenstellung von rechtlichen Verpflichtungen und anderen Anforderungen nach Nummer 4.3.2 OHSAS 18001
  • Bewertung der Einhaltung von Rechtsvorschriften im Arbeits- und Gesundheitsschutz nach Nr. 4.5.2 OHSAS
  • Workshop über aktuelle Entwicklung im Arbeitsschutzrecht
  • Kostenpflichtiger Newsletter über die Entwicklung im Arbeitsschutzrecht
  • Schulung von Führungskräften in Sachen Arbeitsschutzmanagement
  • Beratung rund um Managementsysteme nach ISO 9001 sowie ISO 14001 oder EMAS
  • Einführung eines Gesundheits– und Arbeitsschutzmanagement–System nach SCC
  • Verbesserung der Aufbau- und Ablauforganisation in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz in internationalen Konzernen nach organisatorischen Änderungen
  • Interim-Management als Head of HSE in großen Organisationen
  • Coaching von Fach- und Führungskräften in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Workshop: Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessern, Kosten senken